Wer holt meinen Hund, wenn ich heute nicht nach Hause komme?
Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn mir etwas passiert?
Sie kommen nach einem Unfall ins Krankenhaus. Ihr Hund sitzt zu Hause an der Tür und wartet. Niemand weiß von ihm. Niemand hat einen Schlüssel.
Eine Tierverfügung für den Hund und eine gut sichtbare Notfallkarte für Hundehalter helfen, damit Ihr Hund bei Krankheit, Unfall oder Tod nicht allein bleibt.
Dafür brauchen Sie keinen dicken Vorsorgeordner. Sie brauchen einen Menschen, einen Schlüssel und klare Informationen.
Warum eine Tierverfügung sinnvoll ist
Ein Hund kann niemandem sagen, dass sein Mensch fehlt.
Er wartet auf Wasser, Futter, seinen Spaziergang und vielleicht auf wichtige Medikamente.
Das Problem beginnt nicht erst nach einem Todesfall. Schon ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt kann reichen.
Eine gute Vorsorge beantwortet deshalb drei einfache Fragen:
- Wer versorgt meinen Hund heute?
- Wer nimmt ihn für einige Tage oder Wochen auf?
- Wer übernimmt ihn dauerhaft, wenn ich sterbe?
„Meine Familie wird sich schon kümmern“ klingt beruhigend. Ein klares Ja ist trotzdem der bessere Plan.
1. Fragen Sie eine verlässliche Person
Wählen Sie nicht einfach den Menschen, der Ihren Hund besonders gern streichelt.
Fragen Sie jemanden, der wirklich Zeit, Platz und Erfahrung hat:
- Kannst du meinen Hund kurzfristig versorgen?
- Kannst du ihn auch länger aufnehmen?
- Würdest du ihn übernehmen, wenn ich sterbe?
Eine ehrliche Absage ist besser als ein freundliches Versprechen, das im Ernstfall nicht funktioniert.
Bestimmen Sie zusätzlich eine zweite Person. Auch Ihr erster Kontakt kann verreist, krank oder nicht erreichbar sein.
2. Tragen Sie eine Notfallkarte bei sich
Eine Haustierverfügung im Schreibtisch hilft wenig, wenn niemand weiß, dass sie dort liegt.
Tragen Sie deshalb eine kleine Karte im Portemonnaie. Sie informiert Rettungskräfte oder andere Helfer darüber, dass zu Hause ein Hund wartet.
EDDY-SHOP-NOTFALLKARTE
Zu Hause wartet mein Hund
Falls ich nicht ansprechbar bin, verständigen Sie bitte sofort eine der folgenden Personen.
Mein Name:
Mein Hund heißt:
Erster Notfallkontakt:
Telefonnummer:
Zweiter Notfallkontakt:
Telefonnummer:
Der Wohnungsschlüssel liegt bei:
Die druckbare Fassung mit zusätzlichem Notfallplan finden Sie über den Download-Button.
3. Hinterlegen Sie einen Schlüssel
Ihr Notfallkontakt kann Ihrem Hund nicht helfen, wenn er vor einer verschlossenen Tür steht.
Hinterlegen Sie deshalb einen Schlüssel bei einer Person, der Sie vertrauen.
Diese Person sollte wissen:
- Wo Futter und Medikamente liegen
- Wo sich Leine und Geschirr befinden
- Welcher Tierarzt Ihren Hund kennt
- Wie sich Ihr Hund gegenüber fremden Menschen verhält
Sie wissen, dass Ihr Hund an der Haustür wartet. Der Helfer sieht vielleicht nur vier aufgeregte Beine mit einem spontanen Fluchtplan.
Was gehört in die Tierverfügung?
Schreiben Sie nur auf, was ein anderer Mensch wirklich wissen muss:
- Name, Alter und Chipnummer des Hundes
- Tierarzt und Versicherungen
- Krankheiten und Medikamente
- Futter, Menge und Fütterungszeiten
- Unverträglichkeiten
- Verhalten gegenüber Hunden, Kindern und fremden Menschen
- Ängste, Jagdtrieb oder Fluchtgefahr
Schreiben Sie ehrlich.
„Er lässt sich von fremden Menschen nicht am Halsband anfassen“ hilft mehr als „Er ist eigentlich ganz lieb“.
Was passiert, wenn Sie länger ausfallen?
Für einen Abend kann vielleicht der Nachbar einspringen. Für mehrere Wochen braucht Ihr Hund einen festen Platz.
Am besten kennt Ihr Hund die vorgesehene Betreuungsperson bereits. Gemeinsame Spaziergänge oder eine gelegentliche Übernachtung helfen, Vertrauen aufzubauen.
Ein Notfall ist belastend genug. Der neue Mensch sollte dann keine völlige Überraschung sein.
Wer bezahlt Futter, Medikamente und Tierarzt?
Klären Sie schriftlich, wie notwendige Kosten bezahlt werden.
Hinterlegen Sie für kurzfristige Notfälle eine angemessene Geldreserve. Denken Sie besonders an ältere oder chronisch kranke Hunde.
Wer Ihren Hund übernimmt, sollte nicht zwischen seiner Fürsorge und der eigenen Stromrechnung wählen müssen.
Und wenn ich sterbe?
Besprechen Sie ausdrücklich, ob die vorgesehene Person Ihren Hund dauerhaft übernehmen würde.
Eine Tierverfügung hält Ihre Wünsche fest. Für eine rechtlich sichere Regelung im Todesfall kann zusätzlich ein wirksames Testament notwendig sein.
Lassen Sie sich beraten, wenn mehrere Erben beteiligt sind oder Geld für die Versorgung Ihres Hundes vorgesehen werden soll.
Das klingt nüchtern. Aber Ihr Hund braucht im Ernstfall keinen schönen Satz. Er braucht jemanden, der ihn abholt.
Wenn niemand den Hund übernehmen kann
Sprechen Sie frühzeitig mit einem Tierheim, einem Tierschutzverein oder einer rassespezifischen Nothilfe.
Fragen Sie konkret, ob eine vorherige Vereinbarung möglich ist und welche Unterlagen benötigt werden.
Verlassen Sie sich nicht auf ein unverbindliches „Das bekommen wir dann schon hin“. Im Notfall zählt ein klarer Plan.
Fazit: Drei Dinge können Sie heute erledigen
- Fragen Sie eine Person, ob sie Ihren Hund übernimmt.
- Hinterlegen Sie einen Schlüssel.
- Laden Sie die Notfallkarte herunter und füllen Sie sie aus.
Danach können Sie Futter, Medikamente, Kosten und den Todesfall genauer regeln.
Eine Tierverfügung bedeutet: Sie kümmern sich um Ihren Hund – auch dann, wenn Sie es selbst gerade nicht können.
Häufige Fragen zur Tierverfügung
Was ist eine Tierverfügung?
Sie hält fest, wer Ihren Hund im Notfall versorgt und welche Informationen diese Person benötigt.
Was gehört auf eine Notfallkarte?
Der Hinweis, dass zu Hause ein Hund wartet, sowie die Telefonnummern von zwei Vertrauenspersonen und möglichst der Tierarztpraxis.
Reicht eine Tierverfügung für den Todesfall?
Sie dokumentiert Ihre Wünsche. Für eine rechtlich sichere Regelung kann zusätzlich ein Testament notwendig sein.
Wie oft sollte ich die Angaben prüfen?
Mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn sich Kontakte, Medikamente oder die Betreuungssituation ändern.