…wenn Ihr Hund unterwegs genauso viel zu sagen hat..
...wie Ihre Wanderkarte
Sie haben einen schönen Weg ausgesucht. Ein Stück durch den Wald, oben eine Aussicht, vielleicht eine Einkehr auf dem Rückweg. Ihr Hund steht schon an der Tür. Die Leine in Ihrer Hand reicht, und für ihn ist klar: Wir gehen zusammen los.
Ob der Tag für ihn genauso schön wird wie für Sie, entscheidet sich unterwegs. Darf er an einer interessanten Stelle stehen bleiben? Gibt es eine Pause, bevor er müde wird? Und würden Sie umkehren, wenn er heute weniger schafft als erwartet?
Wandern mit dem Hund verlangt keine perfekte Ausrüstung und keinen besonders sportlichen Hund. Es verlangt, dass Strecke, Tempo und Pausen zu Ihnen beiden passen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Hundewanderung planen, was in den Rucksack gehört und woran Sie erkennen, dass es Zeit ist, etwas am Plan zu ändern.
1. Was Ihrem Hund Freude macht – und was Sie ihm zutrauen können
Sie kennen Ihren Hund aus vielen gemeinsamen Spaziergängen. Vielleicht läuft er gern vorneweg. Vielleicht braucht er an jeder zweiten Hecke Zeit. Beides kann auf einer Wanderung seinen Platz haben. Entscheidend ist, wie er mit längerer Bewegung und ungewohntem Gelände zurechtkommt.
Eine gewohnte Stunde auf ebenen Wegen ist etwas anderes als eine Stunde bergauf, über Wurzeln und lose Steine. Dazu kommen fremde Hunde, Fahrräder oder eine unruhige Einkehr. Was für Sie eine Pause ist, kann für Ihren Hund anstrengend bleiben, wenn er dort ständig aufpassen muss.
Probieren Sie mehr aus, bevor Sie mehr planen
Verlängern Sie zunächst einen vertrauten Spaziergang ein wenig. An einem anderen Tag nehmen Sie eine leichte Steigung dazu. So sehen Sie, womit Ihr Hund gut zurechtkommt, ohne gleich weit vom Ausgangspunkt entfernt zu sein. Lassen Sie ihm dazwischen seine gewohnten ruhigeren Tage.
Achten Sie auch darauf, wie er sich danach bewegt. Steht er wie sonst auf? Geht er am nächsten Morgen gern mit? Wiederkehrende Steifheit oder Lahmheit sollten Sie tierärztlich abklären lassen, bevor Sie die nächste längere Tour planen.
Bei einem jungen Hund im Wachstum, einem älteren Hund oder bekannten gesundheitlichen Einschränkungen lohnt sich eine konkrete Frage in der Tierarztpraxis: Welche Dauer und welches Gelände sind für diesen Hund geeignet? Eine allgemeine Kilometerempfehlung hilft Ihnen dabei wenig.
Einfach erklärt: Ihr Hund kann Ihnen folgen wollen und trotzdem an seine Belastungsgrenze kommen. Dass er weiter mitgeht, ist deshalb allein kein verlässlicher Maßstab dafür, wie gut es ihm dabei geht.
2. Eine gute Strecke lässt Ihnen unterwegs Entscheidungen offen
Für die erste Wanderung ist ein gut markierter Weg mit breiten Abschnitten angenehm. Sie können nebeneinander gehen, bei Begegnungen ausweichen und stehen bleiben, ohne gleich den ganzen Weg zu blockieren.
Schauen Sie bei der Planung über die Kilometerzahl hinaus: Wie viel geht es bergauf? Gibt es lange Abstiege, Geröll, Gitterstufen oder Leitern? Können Sie eine schwierige Stelle umgehen? Die Kennzeichnung „leicht“ beschreibt nicht automatisch, wie gut ein Weg für Ihren Hund geeignet ist.
Prüfen Sie außerdem, wo Sie die Tour verkürzen können. Ein Rundweg klingt praktisch. Wenn Sie jedoch auf halber Strecke feststellen, dass Ihr Hund nicht mehr gut mitkommt, kann der Rückweg genauso lang sein wie der restliche Rundweg. Eine kürzere Schleife oder ein Weg mit einfacher Umkehr gibt Ihnen mehr Spielraum.
Speichern Sie Karte und Route offline. Prüfen Sie das Wetter, örtliche Regeln für Hunde und mögliche Wegsperrungen. Wenn Sie einkehren möchten, klären Sie vorher, ob Ihr Hund mit hinein darf und dort einen ruhigen Platz finden kann. Rechnen Sie Schnüffelstopps und Pausen zusätzlich zur angegebenen Gehzeit ein.
3. Was Sie wirklich dabeihaben sollten
Ein vergessener Napf lässt sich manchmal improvisieren. Fehlendes Trinkwasser mitten auf der Strecke deutlich schlechter. Packen Sie deshalb zuerst das ein, was Ihnen unterwegs fehlt, wenn es nicht da ist.
Für Ihren Hund
- Eigenes Trinkwasser und einen Napf: Die Menge muss zu Dauer, Wetter und Ihrem Hund passen, mit Reserve. Ein eingezeichneter Bach kann trocken oder nicht erreichbar sein.
- Vertrautes Geschirr und eine verstellbare Führleine: Probieren Sie neue Ausrüstung vor der Wanderung auf längeren Spaziergängen aus.
- Eine leichte Ersatzleine: Falls ein Verschluss oder die Hauptleine beschädigt wird.
- Kleine, vertraute Belohnungen: Bei längeren Ausflügen außerdem das benötigte Futter.
- Kotbeutel: Gefüllte Beutel nehmen Sie bis zum nächsten geeigneten Abfalleimer mit.
- Erste-Hilfe-Material für den Hund: Unter anderem Kompressen und geeignetes Verbandmaterial. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie damit umgehen.
- Ein kleines Handtuch: Bei kühlem Wetter oder längeren Pausen gegebenenfalls auch eine leichte Unterlage.
- Ihre erreichbare Telefonnummer am Hund: Damit Sie im Fall einer Trennung verständigt werden können.
Welche Leine macht den Weg leichter?
Auf einem breiten Waldweg kann eine kontrolliert geführte Schleppleine Ihrem Hund mehr Raum zum Schnüffeln geben. An engen Stellen oder bei Gegenverkehr brauchen Sie ihn näher bei sich. Befestigen Sie die Schleppleine an einem geeigneten Geschirr.
Eine Umhängeleine kann angenehm sein, wenn Ihr Hund ruhig an lockerer Leine läuft. Überlegen Sie jedoch, was passiert, wenn er plötzlich zur Seite zieht: Auf einem schmalen oder rutschigen Weg kann Sie das aus dem Gleichgewicht bringen. Wählen Sie die Leinenführung passend zum jeweiligen Abschnitt.
Für Sie selbst
Nehmen Sie eigene Getränke und Verpflegung, wettergerechte Kleidung, Erste-Hilfe-Material und ein geladenes Telefon mit. Tragen Sie Schuhe, mit denen Sie sicher auf dem geplanten Untergrund gehen. Eine Lampe gehört dazu, wenn eine späte Rückkehr möglich ist.
Überlegen Sie vorab auch: Wie kommen wir zurück, wenn mein Hund nicht mehr laufen kann? Bei einem großen Hund lässt sich das Tragen nicht einfach voraussetzen. Je abgelegener der Weg, desto wichtiger wird diese Frage.
4. Begegnungen und Pausen: Darauf kommt es im Miteinander an
Auf einem Wanderweg ist oft wenig Platz. Ein anderer Hund kommt entgegen, hinter Ihnen wartet jemand mit Wanderstöcken. Nehmen Sie Ihren Hund frühzeitig näher zu sich und suchen Sie eine breite Stelle, bevor es eng wird. So haben Sie Zeit, statt in letzter Sekunde an der Leine reagieren zu müssen.
Ihr Hund muss andere Hunde dabei nicht begrüßen. Wenn er Abstand braucht, planen Sie diesen ein. Stark besuchte Wege sind für einen Hund, der bei jeder Begegnung aufgeregt wird, möglicherweise kein angenehmer Einstieg.
Ein paar vertraute Signale helfen
Üben Sie auf Ihren normalen Spaziergängen, dass Ihr Hund anhält, zu Ihnen kommt und eine kurze Strecke nah bei Ihnen bleibt. Auf schmalen Wegen kann auch ein geübtes „Hinter mir“ helfen. Verwenden Sie die Wörter, die Ihr Hund bereits kennt. Neue Kommandos mitten auf einer schwierigen Tour einzuführen, macht es Ihnen beiden unnötig schwer.
Zur Vorbereitung gehört auch das ruhige Warten. Setzen Sie sich bei einer Gassirunde für eine Weile auf eine Bank und geben Sie Ihrem Hund Gelegenheit, neben Ihnen zur Ruhe zu kommen. Das ist später bei einer Rast oft hilfreicher als ein zusätzliches Spielzeug.
Abstand zu Wildtieren und Rinderherden
Lassen Sie Ihren Hund nicht ins Unterholz laufen oder Weidetiere bedrängen. Umgehen Sie Rinderherden möglichst weiträumig, besonders Kühe mit Kälbern. Führen Sie Ihren Hund an kurzer Leine. Droht ein Rind anzugreifen, empfiehlt der Alpenverein, den Hund sofort abzuleinen, damit er ausweichen kann. Verlassen Sie selbst ruhig die Gefahrenzone. Das ist eine Ausnahme für eine konkrete Gefahrensituation.
5. Wann Sie den Plan ändern sollten
Ihr Hund bleibt stehen. Vielleicht hat er etwas Interessantes gerochen. Vielleicht braucht er eine Pause. Aus einem einzelnen Halt lässt sich das nicht ablesen. Schauen Sie auf das gesamte Verhalten: Bleibt er wiederholt zurück? Geht er anders als sonst? Findet er nach einer Pause wieder in seinen gewohnten Rhythmus?
Halten Sie an, wenn Ihnen etwas auffällt. Bieten Sie Wasser an und lassen Sie ihn an einem ruhigen Platz ausruhen. Nutzen Sie die Pause auch für sich. Es ist leichter, vernünftig zu entscheiden, wenn Sie beide etwas zur Ruhe gekommen sind.
Bei Lahmheit, Schmerzen oder deutlicher Erschöpfung brechen Sie die Tour ab und organisieren je nach Zustand tierärztliche Hilfe. Locken oder ziehen Sie Ihren Hund nicht weiter, um doch noch das geplante Ziel zu erreichen.
Bei Wärme: Ungewöhnlich starkes Hecheln und Unruhe können auf Überhitzung hinweisen. Bringen Sie Ihren Hund aus der Hitze und beginnen Sie mit kühlem Wasser zu kühlen. Bei Taumeln, Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen brauchen Sie unverzüglich tierärztliche Hilfe. An heißen Tagen ist eine kurze Runde zur kühleren Tageszeit oft die vernünftigere Entscheidung als eine Wanderung.
Zu Hause lohnt sich noch ein kurzer Blick auf Pfoten, Zwischenzehenräume und die Stellen unter dem Geschirr. Entfernen Sie sichtbaren Schmutz vorsichtig und achten Sie auf Fremdkörper oder Reibung. Danach darf Ihr Hund ausruhen, ohne dass noch ein Beschäftigungsprogramm folgt.
Was Sie von der Wanderung mit nach Hause nehmen
Vielleicht waren es die Aussicht und die Ruhe im Wald. Vielleicht auch die Erkenntnis, dass Ihr Hund breite Wege lieber mag oder früher eine Pause braucht, als Sie gedacht hatten. Damit lässt sich die nächste Tour besser planen.
Wählen Sie einen Weg, auf dem Sie Zeit füreinander haben. Wenn Ihr Hund noch an einer Wurzel schnüffelt, können Sie einen Moment warten. Und wenn Sie früher umkehren, haben Sie auf ihn geachtet. Das gehört zu einer gemeinsamen Wanderung genauso wie das Losgehen.