Gesunde Hunderassen:
Welche Hunde gelten wirklich als robust?
Sie wünschen sich keinen Hund, der nur niedlich aussieht. Sie möchten einen Begleiter, der möglichst frei atmen, schmerzfrei laufen und viele gute Jahre an Ihrer Seite verbringen kann.
Also suchen Sie nach gesunden Hunderassen, robusten Hunderassen oder Hunderassen mit wenigen Krankheiten. Vielleicht fragen Sie sich auch: Ist ein Mischling oder ein Rassehund gesünder?
Die ehrliche Antwort lautet: Eine Gesundheitsgarantie gibt es bei keinem Hund. Es gibt jedoch Rassen mit einem vergleichsweise natürlichen Körperbau – und andere, bei denen extreme Zuchtmerkmale das Risiko für Schmerzen, Atemnot oder chronische Erkrankungen erhöhen.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Hunderassen häufig als robust gelten und bei welchen Rassen Sie vor der Anschaffung besonders genau hinsehen sollten.
Diese Hunderassen gelten häufig als vergleichsweise gesund
Mischlinge
Mischlinge sind keine eigene Rasse. In einer Liste gesunder Hunde dürfen sie trotzdem nicht fehlen.
Durch ihre größere genetische Vielfalt kann das Risiko bestimmter Erbkrankheiten geringer sein. Ein Mischling ist deshalb aber nicht automatisch gesund. Er kann auch ungünstige Anlagen beider Elternteile erben.
Ein Vorteil erwachsener Mischlinge aus dem Tierheim oder Tierschutz: Größe, Körperbau, Bewegungsverhalten und Charakter sind bereits besser erkennbar.
Sie sehen also nicht nur ein niedliches Versprechen auf vier Pfoten. Sie lernen einen Hund kennen, der schon deutlicher zeigt, wer er ist.
Ein gut untersuchter Mischling aus seriösem Tierschutz kann deshalb eine sehr vernünftige Wahl sein – nicht aus Mitleid, sondern weil Hund und Mensch besser eingeschätzt werden können.
Windhunde
Whippet, Greyhound, Galgo Español und Podenco besitzen meist einen schlanken, athletischen Körper und eine lange Schnauze.
Sie können frei atmen und müssen kein unnötig hohes Körpergewicht tragen. Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für Bewegung und Lebensqualität.
Windhunde sind häufig sanft, sensibel und zu Hause erstaunlich ruhig. Draußen kann aus dem entspannten Sofahund allerdings sehr schnell eine Rakete werden.
Ihr Jagdtrieb darf nicht unterschätzt werden. Auch Zahnprobleme, Herzkrankheiten und andere rassespezifische Beschwerden können vorkommen.
Ein Windhund braucht deshalb nicht pausenlos Bewegung. Er braucht sichere Möglichkeiten zum Laufen – und anschließend einen warmen Platz zum Ausruhen.
Magyar Vizsla
Der Magyar Vizsla besitzt einen schlanken, sportlichen und grundsätzlich funktionalen Körperbau. Seine lange Schnauze ermöglicht freie Atmung, und sein Gewicht bleibt im Verhältnis zur Körpergröße meist moderat.
Gesundheit besteht beim Vizsla jedoch nicht nur aus langen Beinen und viel Bewegung.
Vizslas sind sensible, intelligente und sehr menschenbezogene Jagdhunde. Sie möchten nicht nur im selben Haus wohnen. Sie möchten möglichst genau wissen, warum Sie gerade ohne sie ins Badezimmer gegangen sind.
Sie benötigen Bewegung, geistige Beschäftigung, verständliche Führung und engen Familienanschluss. Dauerhaftes Alleinsein oder reine körperliche Auslastung werden ihrem Wesen meist nicht gerecht.
Auch beim Vizsla können erbliche Erkrankungen auftreten. Lassen Sie sich deshalb die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere zeigen.
Der Vizsla ist ein wunderbarer Begleiter für aktive Menschen. Aber nur dann, wenn man nicht bloß seine elegante Erscheinung möchte, sondern auch seine Nähe und Sensibilität tragen kann.
Deutscher Spitz
Der Deutsche Spitz besitzt einen vergleichsweise ursprünglichen Körperbau. Er kann frei atmen, sich gut bewegen und ist nicht auf übertriebene Größe oder Masse gezüchtet.
Viele Spitze gelten als langlebig, aufmerksam und widerstandsfähig. Ihr dichtes Fell braucht regelmäßige Pflege.
Außerdem bringen sie häufig einen ausgeprägten Wachtrieb mit. Sie melden den Paketboten, den Nachbarn und gelegentlich ein Blatt, das sich verdächtig über den Hof bewegt.
Das ist kein Fehler im Hund. Es gehört zu seinem Wesen und braucht klare, ruhige Führung.
Deutscher Pinscher
Deutsche Pinscher sind mittelgroß, drahtig und beweglich. Sie besitzen normalerweise keine extremen körperlichen Merkmale.
Sie gelten als intelligent, wachsam, mutig und anhänglich. Gleichzeitig können sie eigenständig und durchaus meinungsstark sein.
Wer einen Hund sucht, der jeden Vorschlag sofort begeistert annimmt, könnte mit einem Pinscher gelegentlich in Nachverhandlungen geraten.
Auch bei dieser Rasse können Augen-, Hüft- oder Herzerkrankungen vorkommen. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Rasse, sondern die verantwortungsvolle Auswahl der Elterntiere.
Hunderassen mit erhöhten Gesundheitsrisiken
Die folgenden Hunde sind nicht weniger liebenswert.
Cavalier King Charles Spaniel
Cavaliere sind freundlich, anhänglich und ausgesprochen liebenswürdig. Gerade deshalb fällt es schwer, ihre gesundheitliche Situation nüchtern zu betrachten.
In der Rasse kommen Herzkrankheiten, insbesondere Erkrankungen der Mitralklappe, vergleichsweise häufig vor. Auch neurologische Beschwerden, Augenprobleme, Ohrenkrankheiten und Gelenkprobleme können auftreten.
Wer sich für einen Cavalier interessiert, sollte sich nicht mit dem Satz zufriedengeben: „Die Eltern waren immer gesund.“
Lassen Sie sich dokumentierte Herzuntersuchungen und die weiteren für die Rasse empfohlenen Befunde zeigen. Ein freundliches Gesicht ersetzt keinen Gesundheitsnachweis.
Mops, Bulldogge und kurzköpfige Hunde
Möpse sowie Französische und Englische Bulldoggen werden häufig wegen ihrer kurzen Schnauze und ihres kompakten Körpers gekauft.
Genau diese Merkmale können ihnen jedoch das Leben erschweren.
Verengte Nasenlöcher und Atemwege können dazu führen, dass die Hunde schlecht Luft bekommen, Hitze kaum vertragen und bereits bei geringer Anstrengung stark hecheln.
Lautes Atmen, Würgen oder Schnarchen im Wachzustand sind nicht einfach lustige Rasseeigenschaften. Sie können Zeichen einer eingeschränkten Atmung sein.
Auch Hautfalten, Augen, Wirbelsäule und Gelenke können Probleme bereiten. Bei stark kurzköpfigen Hündinnen sind natürliche Geburten zudem teilweise erschwert.
Auch Shih Tzus gehören zu den kurzköpfigen Rassen. Das Ausmaß der Beschwerden kann jedoch je nach Körperbau und Zuchtlinie deutlich unterschiedlich sein.
Schauen Sie deshalb nicht nur auf den Rassenamen. Schauen Sie auf offene Nasenlöcher, eine erkennbare Schnauze, freie Atmung und bewegliche Eltern.
Shar-Pei
Der Shar-Pei fällt durch seine Hautfalten sofort auf.
Was außergewöhnlich aussieht, kann für den Hund jedoch schmerzhaft werden. In den tiefen Falten entstehen leichter Reizungen, Entzündungen und Infektionen. Auch Augen und Ohren können betroffen sein.
Hinzu kommen rassespezifische Entzündungserkrankungen wie das sogenannte Shar-Pei-Fieber sowie mögliche Gelenkprobleme.
Wenn ein Hund dauerhaft gepflegt werden muss, damit seine eigene Haut ihn nicht wund macht, ist das kein harmloses Schönheitsmerkmal.
Deutsche Dogge
Deutsche Doggen sind sensible, loyale und häufig ausgesprochen sanfte Hunde.
Ihre enorme Größe fordert jedoch ihren Preis.
Gelenke, Knochen, Herz und Kreislauf müssen einen sehr großen Körper versorgen. Zu den bekannten Risiken gehören unter anderem Hüftprobleme, Magendrehungen, bestimmte Herzerkrankungen und Knochentumoren.
Sehr große Hunderassen erreichen außerdem häufig eine geringere durchschnittliche Lebensdauer als kleine und mittelgroße Hunde.
Das macht die Deutsche Dogge nicht zu einem schlechten Hund.
Es bedeutet nur: Ihre beeindruckende Größe ist für ihren Körper tägliche Schwerstarbeit.
Chihuahua
Chihuahuas gehören oft zu den langlebigen Hunderassen. Trotzdem können extreme Zuchtformen erhebliche Probleme verursachen.
Der kleine Kiefer begünstigt Zahnengstand. Auch instabile Kniescheiben, empfindliche Knochen, Augenprobleme und ein Kollaps der Luftröhre können vorkommen.
Besondere Vorsicht ist bei Bezeichnungen wie „Teacup“, „Mini“ oder „extra klein“ geboten.
Das klingt nach etwas Besonderem.
Für den Hund kann es bedeuten, dass sein ohnehin kleiner Körper weiter verkleinert wurde, als es seiner Gesundheit guttut.
Auch charakterlich sollte ein Chihuahua ernst genommen werden. Er ist kein Accessoire mit Pullover, sondern ein wachsamer, mutiger Hund, der Erziehung, Sicherheit und klare Regeln braucht.
Woran erkennen Sie eine verantwortungsvolle Zucht?
Fragen Sie deshalb nicht nur nach dem Preis und dem Abholtermin. Fragen Sie nach den Voraussetzungen, mit denen der Hund in sein Leben startet.
- Welche Krankheiten kommen bei der Rasse vor?
- Welche Untersuchungen wurden bei beiden Elterntieren durchgeführt?
- Dürfen Sie die vollständigen Befunde sehen?
- Können die Eltern frei atmen und sich normal bewegen?
- Warum wurde genau diese Verpaarung ausgewählt?
- Wachsen die Welpen sauber und mit Familienanschluss auf?
Ein seriöser Züchter beantwortet solche Fragen nicht beleidigt.
Er wird eher erleichtert sein, dass Sie nicht nur wissen möchten, welche Farbe noch verfügbar ist.
Gesundheitsbefunde sollten Sie sehen dürfen. „Vertrauen Sie mir“ ist nett – aber kein medizinisches Dokument.
Fazit: Gesund ist mehr als ein Rassename
Mischlinge, Windhunde, Magyar Vizslas, Deutsche Spitze und Deutsche Pinscher können gute gesundheitliche Voraussetzungen mitbringen.
Gleichzeitig gibt es Rassen, bei denen extreme Körpermerkmale das Risiko für Atemnot, Hautprobleme, Gelenkschmerzen oder Herzkrankheiten erhöhen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Welche Hunderasse ist gesund?“
Fragen Sie ebenso:
„Kann dieser Hund in seinem Körper gut leben – und passt sein Wesen wirklich zu meinem Alltag?“
Ein Hund sollte nicht ausgewählt werden, weil seine Augen besonders groß, seine Nase besonders kurz oder sein Körper besonders winzig ist.
Er sollte atmen, laufen, schlafen, spielen und alt werden dürfen, ohne ständig gegen die Wünsche seiner Züchter kämpfen zu müssen.
Häufige Fragen zu gesunden Hunderassen
Welche Hunderasse ist am gesündesten?
Eine einzelne gesündeste Hunderasse gibt es nicht. Gute Voraussetzungen haben häufig Hunde mit natürlichem Körperbau, freier Atmung, moderater Größe und sorgfältig untersuchten Elterntieren.
Sind Mischlinge gesünder als Rassehunde?
Die größere genetische Vielfalt kann bei Mischlingen das Risiko bestimmter Erbkrankheiten senken. Sie können jedoch ebenfalls Krankheiten und ungünstige Merkmale ihrer Eltern erben.
Ist der Magyar Vizsla eine gesunde Hunderasse?
Der Magyar Vizsla besitzt grundsätzlich einen sportlichen und funktionalen Körperbau. Auch bei ihm können jedoch erbliche Erkrankungen vorkommen. Entscheidend sind eine verantwortungsvolle Zucht und eine Haltung, die seinem Bewegungs- und Nähebedürfnis entspricht.
Welche Rassen haben häufig Atemprobleme?
Besonders kurzköpfige Hunde wie Möpse sowie Französische und Englische Bulldoggen können aufgrund ihrer verkürzten Atemwege häufiger unter Atemproblemen leiden.
Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
Ein seriöser Züchter zeigt Ihnen die Gesundheitsbefunde der Elterntiere, kennt die Schwächen seiner Rasse, beantwortet kritische Fragen und wirbt nicht mit extremen Größen oder Körpermerkmalen.